Anbauanleitung
Cannabis Anbauanleitung – Der große Growguide von adonhusa.de
Willkommen zur umfassenden Cannabis-Anbauanleitung von adonhusa.de. Egal ob Einsteiger oder Profi – hier lernst Du alles über den erfolgreichen Anbau von Cannabissamen – von der Keimung bis zur Ernte.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Die richtige Sorte auswählen
- 2. Keimung der Cannabissamen
- 3. Anzuchtphase & Jungpflanzenpflege
- 4. Wachstumsphase (Vegetativphase)
- 5. Blütephase einleiten
- 6. Erntezeitpunkt erkennen
- 7. Die Ernte
- 8. Trocknung & Aushärtung (Curing)
- 9. Häufige Anbaufehler vermeiden
- 10. Indoor vs. Outdoor Anbau
- 11. Praktische Hilfsmittel für Grower
- 12. FAQ – Häufige Fragen zum Anbau
1. Die richtige Sorte auswählen
Bevor Du Deine Cannabis Samen in die Erde gibst, solltest Du Dir überlegen, welcher Anbautyp Du bist: Indoor oder Outdoor? Welche Ausrüstung steht Dir zur Verfügung? Welche Sorte passt zu Deinem Anbauziel, Klima und Standort? Diese Fragen bilden die Grundlage für einen erfolgreichen Anbau.
Ein zentraler Punkt ist die Wahl des richtigen Samen-Typs. Denn jede Art bringt ihre eigenen Anforderungen, Vorteile und Anbaubedingungen mit sich:
- Feminisierte Samen (Photoperiodische Pflanzen): Diese Pflanzen bleiben in der sogenannten Vegetationsperiode, solange sie einem Lichtzyklus von 18–24 Stunden ausgesetzt sind. Erst bei einer Umstellung auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12) beginnt die Blütephase. Dieser kontrollierte Übergang ermöglicht es Dir, das Pflanzenwachstum präzise zu steuern. Photoperiodische Pflanzen sind ideal für Züchter, die Wert auf maximale Erträge, hohe Potenz und eine langfristige Klonproduktion legen. Zwar benötigen sie im Vergleich zu autoflowering Pflanzen mehr Zeit bis zur Ernte, doch die Qualität, Harzproduktion und Potenz sind meist überlegen.
- Autoflowering Samen: Diese Sorten blühen automatisch, unabhängig vom Lichtzyklus – meist schon nach 3–4 Wochen. Autoflowering Pflanzen eignen sich ideal für Anbauanfänger oder alle, die auf schnelle Erntezyklen setzen. Diese Pflanzen sind besonders pflegeleicht, kompakt im Wuchs und robust gegenüber Anfängerfehlern. In gewisser Hinsicht sind diese Pflanzen für Anbauanfänger besonders geeignet. Allerdings fällt der Ertrag im Vergleich zu photoperiodischen Pflanzen oft geringer aus, und auch die Wirkung ist in der Regel etwas milder.
- CBD Samen: Diese Samen wurden speziell gezüchtet, um einen hohen CBD-Gehalt (Cannabidiol, auch bekannt als CBD Gras, CBD Blume oder Cannabidiol Pflanze) bei gleichzeitig niedrigem THC-Gehalt zu erzeugen. Sie sind ideal für den medizinischen Einsatz geeignet – beispielsweise bei Schmerzen, Schlafstörungen, Angstzuständen, ADHS oder sogar zur begleitenden Anwendung bei Parkinson. CBD wirkt nicht psychoaktiv und verursacht kein High – daher ist Cannabidiol besonders für Nutzer attraktiv, die eine entspannende Wirkung ohne Rausch suchen. Die Sorten mit geringem THC-Gehalt sind zudem legal erhältlich.
- Hybrid Samen: Hybrid-Pflanzen kombinieren Eigenschaften von Indica- und Sativa-Genetik. Ziel ist eine ausgewogene Wirkung – körperlich entspannend und gleichzeitig geistig anregend. Es gibt auch spezielle Cannabis F1-Hybrid Samen, die besonders widerstandsfähig, ertragreich und stabil sind. Diese Sorten eignen sich perfekt für Konsumenten mit vielseitigen Bedürfnissen.
Im adonhusa.de Onlineshop findest Du eine exklusive Auswahl an feminisierten Samen, Autoflowering Sorten, CBD-reichen Cannabissamen und hochwertigen Indica Sativa Genetiken – direkt von renommierten Breeder-Marken wie Barneys Farm, Compound Genetics oder Wizard Trees.
2. Keimung der Cannabissamen
Selbst wenn Deine Pflanzen noch nicht über die Phase des Samenkorns hinaus sind, entscheidet sich bereits hier der Erfolg Deiner gesamten Ernte. Die Keimung der Cannabissamen ist der erste und entscheidende Schritt im Anbauprozess. In dieser Phase tritt die erste kleine Wurzel – der sogenannte Keimwurzeltrieb (Radikula) – aus der Samenhülle hervor. Dieser Vorgang dauert in der Regel 1 bis 7 Tage, je nach Sorte, Umgebungstemperatur und Feuchtigkeit.
Beliebte Methoden zur Keimung:
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Papiertuch-Methode: Lege die Samen zwischen zwei feuchte, unbedruckte Papiertücher und platziere sie in einer kleinen Box oder auf einem Teller mit Frischhaltefolie. Lagere sie an einem dunklen, warmen Ort bei 20–25 °C. Achte darauf, dass das Tuch feucht bleibt, aber nicht tropfnass. Nach wenigen Tagen sollten sich kleine Wurzeln zeigen.
Tipp: Diese Methode ist effektiv, kann aber feine Papiertuchfasern an den Wurzeln hinterlassen. - Direktsaat ins Substrat (z. B. Light Mix Erde): Der Samen wird direkt etwa 1–2 cm tief in die Erde gesetzt. Achte auf die richtige Temperatur und Bodenfeuchtigkeit. Diese Methode ist besonders schonend für die empfindlichen Wurzeln.
- Keimung im Wasserglas: Eine einfache Methode: Die Samen werden 12–24 Stunden in ein Glas mit lauwarmem Wasser gelegt, bis sie auf den Boden sinken. Danach kannst Du sie direkt ins Substrat pflanzen.
Welche Methode ist die beste?
Für Anfänger bietet sich die Direktsaat in Anzuchterde an – hier entfällt das spätere Umpflanzen empfindlicher Keimlinge. Alternativ eignet sich auch ein Keimset oder Starter-Kit, z. B. das Royal Queen Seeds Starter-Set. Es sorgt für optimale Bedingungen und eine saubere, geschützte Keimungsphase. Sobald die Keimlinge 2–3 cm groß sind, kannst Du sie in größere Töpfe umpflanzen.
Häufige Fehler bei der Keimung:
- Zu hohe oder zu niedrige Feuchtigkeit
- Zu niedrige Temperaturen
- Direktes Sonnenlicht oder Zugluft
- Samen zu tief eingepflanzt
- Papiertücher austrocknen lassen
Fazit zur Keimungsphase:
Die Keimung von Cannabis Samen ist eine sensible, aber entscheidende Phase im Grow-Prozess. Wer hier sauber arbeitet, schafft die Grundlage für gesunde, kräftige Pflanzen mit hohem Ertrag. Achte auf gleichmäßige Wärme, Feuchtigkeit und einen schonenden Umgang mit den jungen Wurzeln.
3. Anzuchtphase & Jungpflanzenpflege (Keimlingsphase)
Nach der Keimung treten Cannabispflanzen in die sogenannte Keimlingsphase ein. Diese Phase dauert in der Regel etwa 2 Wochen. In dieser Zeit entwickeln sich die Pflanzen von zarten Sämlingen hin zu stabilen Jungpflanzen. Die Blätter beginnen, ihre typische Form mit mehreren Fingern zu entwickeln – zuerst drei, später fünf bis sieben pro Blatt. Gleichzeitig nehmen das Wurzelwachstum und die Vitalität spürbar zu.
Ideale Bedingungen für die Keimlingsphase:
- Licht: Mindestens 18 Stunden Licht pro Tag. Besonders geeignet sind weiße CFL-Leuchten oder LED-Growlampen, da sie wenig Wärme abgeben und die zarten Keimlinge nicht verbrennen.
- Temperatur: Optimal sind 20–25 °C.
- Luftfeuchtigkeit: Etwa 70 % – ein Propagator oder eine Anzuchtbox bietet das ideale Mikroklima.
- Luftzirkulation: Ein kleiner Ventilator sorgt für sanfte Luftbewegung, beugt Schimmel vor und stärkt die Pflanze.
Pflegehinweise für gesunde Keimlinge:
- Wasser: Keimlinge benötigen nur wenig Wasser – gieße vorsichtig, um Staunässe zu vermeiden.
- Sauberkeit: Achte auf ein sauberes Anzuchtumfeld, da junge Pflanzen besonders anfällig für Schimmel und Pilzbefall sind.
- Substrat: Verwende lockere Anzuchterde (z. B. Light Mix) oder Kokos-Substrat. Alternativ eignen sich auch Jiffy-Tabs oder Stecklingswürfel.
- Umtopfen: Sobald sich die ersten echten Blätter zeigen (nach den Keimblättern), können die Keimlinge in größere Töpfe umgepflanzt werden.
Woran erkenne ich gesunde Keimlinge?
- Leuchtend grüne, symmetrische Blätter
- Kräftige, aufrechte Stängel
- Schnelles, gesundes Wurzelwachstum ohne Verfärbungen
Diese Phase ist entscheidend für den weiteren Erfolg Deines Grows. Wer seinen Pflanzen jetzt optimale Bedingungen bietet, legt den Grundstein für kräftiges Wachstum und eine erfolgreiche Blütephase.
4. Wachstumsphase (Vegetativphase)
Die Wachstumsphase (auch Vegetationsphase genannt) beginnt nach der Keimlingsphase und ist entscheidend für die spätere Blütenbildung. In dieser Phase entwickelt die Pflanze kräftige Wurzeln, einen stabilen Stamm und dichte Seitentriebe. Die Dauer der vegetativen Phase hängt stark davon ab, ob es sich um photoperiodische Cannabispflanzen oder autoflowering Pflanzen handelt.
Die vegetative Wachstumsphase dauert bei photoperiodischen Sorten theoretisch unbegrenzt – solange die Pflanzen einem Lichtzyklus von 18–24 Stunden ausgesetzt sind. Das bietet Growern maximale Kontrolle und Flexibilität. Viele Züchter halten sogenannte Mutterpflanzen über Monate oder sogar Jahre in der Wachstumsphase, um jederzeit Stecklinge (Clones) entnehmen zu können.
Die meisten Grower topfen ihre Pflanzen in dieser Phase in größere Behälter um – idealerweise, sobald das Wurzelsystem das Anzuchtsubstrat vollständig durchdrungen hat. Ob Erde, Kokos oder Steinwolle: Ziel ist eine stabile Wurzelentwicklung und kräftige Verzweigung.
Optimale Bedingungen in der Wachstumsphase:
- 18–20 Stunden Licht pro Tag (z. B. LED-Growlampen oder MH-Leuchten)
- Temperatur: 20–28 °C tagsüber, 18–22 °C nachts
- Luftfeuchtigkeit: 50–75 %
- Gute Luftzirkulation durch Umluftventilatoren
In der Wachstumsphase von Cannabis ist die richtige Versorgung mit Nährstoffen ebenfalls wichtig. Verwende einen Wachstumsdünger mit hohem Stickstoffanteil (N) und achte auf ein ausgewogenes NPK-Verhältnis.
Pflanzentraining für mehr Ertrag:
Um die Pflanzenstruktur zu optimieren und den Ertrag zu steigern, eignen sich Methoden wie LST (Low Stress Training), Ausgeizen, FIM, Topping oder ScrOG (Screen of Green). Besonders bei photoperiodischen Pflanzen lassen sich damit beeindruckende Ergebnisse erzielen.
Unterschiede zu Autoflowering Pflanzen:
Bei autoflowering Samen ist die vegetative Phase deutlich kürzer. Diese Pflanzen wechseln nach etwa 2–3 Wochen automatisch in die Blütephase – unabhängig vom Lichtzyklus. Daher empfehlen viele Grower, autoflowering Pflanzen direkt in den Endtopf zu setzen, um Umtopfstress zu vermeiden.
Aufgrund der kürzeren Entwicklungszeit ist die Wachstumsphase bei Autoflowers komprimiert, was weniger Spielraum für Trainingstechniken lässt. Für Anfänger sind sie dennoch ideal, da sie robust, pflegeleicht und schnell zu ernten sind.
Woran erkennt man gesunde Pflanzen?
- Leuchtend grüne, kräftige Blätter
- Dichte Seitentriebe und kompakter Hauptstamm
- Keine Flecken, Verfärbungen oder Mangelerscheinungen
Die Wachstumsphase von Cannabis legt den Grundstein für eine erfolgreiche Blüte. Sorge für stabile Bedingungen, eine gesunde Wurzelentwicklung und gezieltes Training – so erreichst Du maximale Erträge in der späteren Blüte.
5. Blütephase einleiten
Die Blütephase ist eine der wichtigsten Etappen im Lebenszyklus Deiner Cannabispflanzen. Während dieser Zeit liegt der Fokus auf der Ausbildung von Blüten und Harzproduktion – ein Vorgang, der je nach Sorte zwischen 6 und 12 Wochen dauern kann.
Bei photoperiodischen Pflanzen leitest Du die Blüte ein, indem Du den Lichtzyklus auf 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit (12/12) umstellst. Dieser Lichtwechsel signalisiert der Pflanze, dass der Sommer sich dem Ende nähert und es Zeit ist, in die Blüte überzugehen. Beim Outdoor-Anbau geschieht dieser Prozess natürlich, sobald die Tage kürzer werden – meist ab Spätsommer.
Während der ersten zwei Wochen der Blüte zeigen sich die ersten Geschlechtsmerkmale. Weibliche Pflanzen bilden dabei kleine weiße Härchen (Stigmen) an den Blütenansätzen, während männliche Pflanzen kleine Pollensäcke entwickeln. Zwitterpflanzen weisen beides auf und sollten aussortiert werden, um die Bestäubung zu vermeiden.
Die Luftfeuchtigkeit sollte während der Blütephase auf 40–50 % gesenkt werden, um Schimmelbildung zu vermeiden. Die Temperatur sollte idealerweise bei 18–26 °C liegen. Eine gute Luftzirkulation ist in dieser Phase besonders wichtig.
Verwende jetzt einen speziellen Blütedünger, der reich an Phosphor und Kalium ist, um die Blütenbildung und Harzproduktion optimal zu unterstützen. Geruchsfilter (z. B. Aktivkohlefilter) sorgen dafür, dass sich der intensive Duft nicht ungewollt verbreitet.
Bei autoflowering Pflanzen beginnt die Blüte automatisch – meist etwa 3–4 Wochen nach der Keimung. Sie benötigen keinen veränderten Lichtzyklus und können weiterhin bei 18–20 Stunden Licht täglich wachsen und blühen.
Indica-dominierte Sorten benötigen in der Regel 7–10 Wochen bis zur vollständigen Reife, während Sativa-dominierte Pflanzen auch 10–14 Wochen benötigen können – dafür überzeugen sie häufig mit besonders aromatischen und potenten Ergebnissen.
Während der Blütephase solltest Du Deine Pflanzen regelmäßig beobachten – achte auf Schimmel, Schädlinge und die Entwicklung der Blüten und Trichome. Letztere geben Dir später Aufschluss über den optimalen Erntezeitpunkt – dazu mehr in Kapitl 6.
6. Erntezeitpunkt erkennen
Der perfekte Zeitpunkt für die Ernte ist entscheidend, um Aroma, Wirkung und Ertrag Deiner Cannabispflanzen zu maximieren. Dabei sind mehrere Faktoren zu beachten, vor allem der Reifegrad der Blüten und die Färbung der Trichome.
Die Trichome – kleine, pilzförmige Harzdrüsen auf den Blüten und Zuckerblättern – sind der wichtigste Indikator. Mit einer Lupe oder einem Mikroskop kannst Du ihre Farbe überprüfen:
- Klare Trichome: Die Pflanze ist noch nicht reif.
- Milchige Trichome: Jetzt ist der optimale Zeitpunkt für eine energetische, geistige Wirkung.
- Bernsteinfarbene Trichome: Der Effekt ist stärker körperlich und entspannend.
Viele Grower ernten bei einem Mischverhältnis von 70–90 % milchigen zu 10–30 % bernsteinfarbenen Trichomen. Je höher der Anteil an bernsteinfarbenen Trichomen, desto stärker ist der beruhigende, sedierende Effekt.
Ein weiterer Anhaltspunkt sind die Blütenstempel (Härchen): Anfangs sind sie weiß und stehen aufrecht. Mit zunehmender Reife färben sie sich orange-braun und kräuseln sich – ein Zeichen dafür, dass die Blüten sich dem Höhepunkt ihrer Potenz nähern.
Auch die Färbung der Blätter kann ein Indikator sein: Gelbe oder fallende Blätter deuten auf das Ende der Nährstoffaufnahme hin – ein natürlicher Prozess, der auf die Reife der Pflanze hinweist.
Wichtig ist, nicht zu früh zu ernten – unreife Pflanzen bringen weniger Potenz und Geschmack – aber auch nicht zu spät, da sich der THC-Gehalt bei überreifen Pflanzen abbaut.
Fazit: Beobachte Trichome, Blütenstempel und Blätter – dann findest Du den perfekten Moment für eine aromatisch starke und wirkungsvolle Ernte.
7. Die Ernte
Die Ernte ist für viele Grower der lohnendste Teil des Anbauprozesses. Zu beobachten, wie die Pflanzen über mehrere Monate heranwachsen, ist faszinierend, aber die Früchte der eigenen Arbeit zu ernten, macht den Höhepunkt dieser Erfahrung aus.
Die Blütephase des Anbauzyklus dauert in der Regel zwischen 6 und 12 Wochen. Danach ist es Zeit, die Pflanzen von ihren Blüten zu befreien. Dies sollte jedoch nicht zu früh geschehen, da eine zu zeitige Ernte verhindern würde, dass die Blüten vollständig reifen. Aber ebenso wenig solltest Du zu lange warten.
Eine der besten Möglichkeiten, um zu erkennen, ob Deine Blüten erntereif sind, ist der Blick durch ein Vergrößerungsgerät. Mit einer Juwelierlupe oder einem digitalen Mikroskop lassen sich die Trichome (Kristalle auf den Blüten) genau begutachten. Sind rund 60% der Trichome milchig und beginnen sich teilweise bernsteinfarben zu verfärben, ist der ideale Erntezeitpunkt erreicht. Transparente Trichome deuten auf Unreife hin – die Pflanze braucht noch etwas Zeit.
Ein weiteres Reifekriterium sind die Blütenstempel – haarähnliche Strukturen auf den Buds. Diese Härchen verfärben sich im Laufe der Blüte von weiß zu orange-braun und sind ein visuelles Zeichen für den Reifeprozess.
Auch eine Gelbfärbung der Blätter in der Endphase der Blüte signalisiert, dass die Pflanze ihre Nährstoffe aufgebraucht hat – ein natürlicher Vorgang. Viele Grower spülen die Pflanzen in den letzten zwei Wochen vor der Ernte mit pH-neutralem Wasser, um Rückstände von Düngemitteln zu entfernen und den Geschmack zu verbessern.
8. Trocknung & Aushärtung (Curing)
Nachdem die Blüten geerntet wurden, beginnt der essenzielle Schritt der Trocknung und Aushärtung. Nur durch eine saubere Nachbearbeitung lässt sich hochwertiges aromatisches Cannabis erzeugen. Der Trocknungs- und Curing-Prozess sorgt nicht nur für bessere Haltbarkeit, sondern ist maßgeblich für Geschmack, Wirkung und Rauchqualität verantwortlich.
Nasses Trimmen (Wet Trimming)
Beim nassen Trimmen werden die Blüten direkt nach der Ernte beschnitten, während sie noch feucht sind. Dabei entfernt man die kleinen Zuckerblätter um die Buds herum. Diese Methode spart Platz, ist einfacher umzusetzen und verhindert eine übermäßige Feuchtigkeitsansammlung beim Trocknen. Allerdings ist das Trimmen in diesem Zustand oft eine klebrige Angelegenheit, da das Harz stark an den Fingern und der Schere haftet. Ein angenehmer Nebeneffekt: Beim Abschaben des klebrigen Harzes von der Schere entsteht das sogenannte Scherenhasch, das einen ersten kleinen Vorgeschmack auf die spätere Wirkung gibt.
Trockenes Trimmen (Dry Trimming)
Beim trockenen Trimmen lässt man die ganzen Pflanzen oder Äste zunächst vollständig trocknen, bevor die Blüten beschnitten werden. Diese Methode erfordert mehr Platz und Zeit, ist aber besonders materialschonend. Die Blüten werden meist kopfüber in gut belüfteten, dunklen Räumen bei 18–21 °C und ca. 50–60 % Luftfeuchtigkeit aufgehängt. Sobald sie ausreichend trocken sind, schneidet man die Zuckerblätter sorgfältig ab. Vorteil: Weniger klebrige Werkzeuge, schonenderer Prozess. Nachteil: Trockenes Trimmen ist arbeitsintensiver und kann optisch weniger gleichmäßige Resultate liefern.
Das Aushärten der Blüten (Curing)
Nach dem Trimmen folgt das Aushärten (Curing) – ein essenzieller Schritt zur Veredelung der Blüten. Während dieses Prozesses bauen sich überschüssige Feuchtigkeit, Zuckerreste und Chlorophyll ab, wodurch sich Geschmack, Geruch und Rauchverhalten verbessern. Zudem erhöht sich die Lagerfähigkeit erheblich.
Die vollständig getrockneten Buds kommen nun in luftdichte Gläser – idealerweise Einmachgläser – und werden nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt, um einen Luftaustausch zu ermöglichen. In den ersten 1–2 Wochen sollten die Gläser täglich geöffnet („gelüftet“) und die Blüten vorsichtig bewegt werden. So kann überschüssige Feuchtigkeit entweichen und Schimmelbildung wird verhindert. Achte besonders auf frische Luftzufuhr, gleichbleibende Raumtemperaturen von 18–21 °C und eine moderate Luftfeuchtigkeit von rund 60 %.
Nach den ersten 2 Wochen kann das Lüften auf alle 2–3 Tage reduziert werden. Der gesamte Aushärtungsprozess dauert im Idealfall 4–8 Wochen – manche Grower lassen ihre Ernte sogar mehrere Monate reifen. Je länger die Buds aushärten, desto weicher, geschmackvoller und aromatischer wird das Endprodukt. Gut ausgehärtete Cannabisblüten sorgen für ein geschmeidiges Raucherlebnis ohne Kratzen und bringen das volle Terpenprofil zur Geltung.
Der Curing-Prozess macht den Unterschied zwischen durchschnittlichem und Premium-Cannabis – investiere hier ausreichend Zeit, um das volle Potenzial Deiner Ernte auszuschöpfen.
9. Häufige Anbaufehler vermeiden
Auch erfahrene Grower machen hin und wieder Fehler – besonders in hektischen Phasen oder bei unzureichender Vorbereitung. Hier sind die häufigsten Anbaufehler, die Du vermeiden solltest:
- Überwässerung: Zu häufiges oder zu starkes Gießen führt zu Wurzelfäule. Achte auf ein ausgewogenes Gießverhalten und gute Drainage.
- Nährstoffüberdosierung: Mehr Dünger heißt nicht gleich mehr Ertrag. Überdüngung verursacht Nährstoffverbrennungen und kann das Wachstum hemmen.
- Falscher pH-Wert: Ein unausgeglichener pH-Wert im Substrat verhindert die Nährstoffaufnahme. Ideal ist ein pH-Wert zwischen 6,0 und 6,5.
- Unzureichende Belüftung: Stauhitze und feuchte Luft begünstigen Schimmel und Schädlinge. Setze auf Luftzirkulation durch Ventilatoren.
- Zu wenig Licht: Besonders bei Indoor-Grows ist starke, gleichmäßige Beleuchtung (LED oder HPS) essenziell.
- Fehlendes Training: Ohne Methoden wie LST, Topping oder ScrOG bleiben Ertragspotenziale oft ungenutzt.
10. Indoor vs. Outdoor Anbau
Je nach Standort und Möglichkeiten kannst Du Cannabis indoor oder outdoor anbauen. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile:
Indoor-Anbau
- Volle Kontrolle über Klima, Beleuchtung, Luftfeuchtigkeit und Nährstoffversorgung
- Diskret und ganzjährig möglich
- Geeignet für Autoflowering Sorten, feminisierte Samen oder F1-Hybriden
- Höhere Kosten durch Strom, Lampen und Ausrüstung
Outdoor-Anbau
- Kostengünstig – kein Strom oder teure Lampen nötig
- Abhängig von Klima, Sonnenstunden und Wetterbedingungen
- Geeignet für robuste, widerstandsfähige Outdoor-Sorten
- Höhere Erträge möglich, aber höhere Risiken durch Tiere, Schädlinge oder Diebstahl
11. Praktische Hilfsmittel für Grower
Mit dem richtigen Equipment kannst Du Deinen Grow erheblich optimieren. Hier eine Liste nützlicher Tools für jeden Grower:
- PH- und EC-Messgeräte: Zur Kontrolle von Wasserqualität und Nährstofflösungen
- Zeitschaltuhren: Für präzise Lichtzyklen im Indoor-Grow
- Luftentfeuchter: Besonders in der Blütephase unverzichtbar zur Schimmelvermeidung
- Umluftventilatoren: Fördern Luftzirkulation und stärken die Pflanzenstruktur
- Growzelte & Reflektoren: Zur effizienten Raumnutzung und Lichtausbeute
- Trockennetze: Ideal für die Trocknung nach der Ernte
Diese Tools sind nicht zwingend erforderlich, aber sie machen den Unterschied zwischen einem guten und einem professionellen Grow!
12. FAQ – Häufige Fragen zum Cannabis-Anbau
Wie lange dauert der gesamte Cannabis-Anbauprozess?
Von der Keimung bis zur Ernte kann der gesamte Anbauprozess zwischen 10 und 16 Wochen dauern – abhängig von der gewählten Sorte (autoflowering oder photoperiodisch) und den Umweltbedingungen.
Welche Cannabis-Sorten sind für Anfänger geeignet?
Autoflowering Cannabissamen sind besonders anfängerfreundlich. Sie benötigen keine Anpassung des Lichtzyklus und sind widerstandsfähiger gegen typische Anfängerfehler. Empfehlenswerte Sorten: Northern Lights Auto oder Gelato Auto.
Wie viel Licht brauchen Cannabispflanzen im Indoor-Grow?
In der vegetativen Phase: 18–24 Stunden Licht pro Tag. In der Blütephase bei photoperiodischen Pflanzen: 12 Stunden Licht und 12 Stunden Dunkelheit.
Welche Erde eignet sich am besten für Cannabis?
Am besten geeignet ist eine lockere Bio-Erde mit guter Drainage, z. B. vorgedüngte Erde mit Wurmhumus oder Kokosanteil. Ideal für Einsteiger: Light Mix Erde.
Was tun bei gelben Blättern?
Gelbe Blätter können auf Überwässerung, Nährstoffmangel oder einen falschen pH-Wert hinweisen. Eine pH-Kontrolle und eine angepasste Nährstoffgabe können Abhilfe schaffen.
Wie erkennt man den idealen Erntezeitpunkt?
Der perfekte Erntezeitpunkt zeigt sich an den Trichomen (Harzdrüsen). Wenn ca. 70–90 % milchig und teilweise bernsteinfarben sind, ist die Pflanze bereit. Eine Lupe hilft bei der genauen Beurteilung.
Wie lagere ich getrocknetes Cannabis richtig?
In luftdichten Gläsern, kühl, trocken und lichtgeschützt. Das Aroma und die Potenz bleiben so über Monate erhalten.
Welche Temperatur ist optimal im Growraum?
Wachstumsphase: 22–26 °C, Blütephase: 20–25 °C. Zu hohe Temperaturen können die Terpenqualität negativ beeinflussen.